“Es ist schön, aus der Fassung gebracht zu werden”
Foto: ©Pavol Putnoki
Die Schauspielerin Ulrike Folkerts hat mit ihrer Tatort-Kommissarin Lena Odenthal neue Maßstäbe für Frauenrollen im deutschen Fernsehen gesetzt. Die Figur ist Kult und hat eine Karriere begleitet, die weit über diese Rolle hinausgeht: Ulrike Folkerts spielt Theater, ist engagierte Sportlerin und macht sich als Drehbuchautorin für gleichberechtigte Geschichten stark. Katharina Schnitzler ist bildende Künstlerin, sie malt, zeichnet und kreiert Installationen, aktuell mit Textilien. Ihr kreatives Schaffen unterliegt einem oft einsamen und stillen Prozess. Ulrike Folkerts und Katharina Schnitzler sind seit dreiundzwanzig Jahren ein Paar. Dem künstlerischen Wirken beider ist gemein, dass es am Ende gesehen werden will. Wir sprachen mit den beiden über ihre Arbeit und darüber, was entsteht, wenn zwei künstlerische Biografien einander im Zusammenleben dauerhaft berühren.
Interview: Sarah Gärtner
mein/4: Lasst uns mit einem kleinen Gedankenspiel beginnen: Ulrike, bist du die bessere Malerin, oder du, Katharina, die bessere Schauspielerin?
Katharina Schnitzler (lacht): Ulrike und ich haben uns gegenseitig versprochen, relativ bald nach unserem Zusammenkommen, dass ich nicht anfange zu schauspielern – und Ulrike nicht anfängt zu malen.
Ulrike Folkerts: Ich habe einen wahnsinnigen Respekt vor Katharinas Arbeit. Gerade auch, weil es ein Job ist, der aus meiner Perspektive so einsam ist. Sie geht in ihr Atelier, ist allein mit der leeren Leinwand und muss irgendwie aus sich heraus schöpfen. Das ist ein anstrengender, langer Prozess. Ein Prozess, der einen zum Verzweifeln bringt, wenn man nicht zu Potte kommt.
Katharina Schnitzler: Wenn ich allein vor mich hinarbeite, fehlt mir dieses Angeticktwerden. Ich kann super allein, aber ich werde irgendwann manisch. Ich will immer weiter rein, rein, rein. Und eigentlich ist es schön, wenn man ein bisschen aus der Fassung gebracht wird von einem Drumherum. Oder wieder in die Fassung.
mein/4: In Bezug auf eure Arbeit und Herangehensweise: Was ist euch wichtig, dass man über euch weiß?
Katharina Schnitzler: Ich bin ein wahnsinnig sozialer Mensch, ich liebe andere Menschen. Ich würde gar nicht sagen, dass mir die Kunst am wichtigsten ist, mir ist die Erkenntnis über das Leben oder der Austausch mit anderen wichtig. Wir können ja nur existieren, wenn wir mit anderen existieren. Mich interessiert der luftleere Raum, die Schwingung. Kunst hat eine Schwingung, und Menschen haben eine Schwingung. Im Idealfall habe ich die Schwingung mit meiner Kunst und denke: „Ja, das ist genau das, was ich sagen wollte!“ Und ich bin mit anderen Menschen zusammen, gucke ihnen in die Augen und sage: „Ja, ich weiß, wer du bist!“ Das ist die Verwandtschaft von Werk und lebendigem Wesen.
“Ich sage leidenschaftlich gerne ‘Lena Odenthal’!”
Ulrike Folkerts: Ich bin ein Mensch, der lernen musste, mit einer bestimmten Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit konfrontiert zu sein, weil man mich aus dem Fernsehen kennt. Also bin ich eher mit Scheuklappen unterwegs und denke: „Hoffentlich erkennt mich keiner!“ Ich habe mich aber auch verändert. Ich war früher viel ängstlicher und vorsichtiger, ich dachte immer: „Was wollen die alle von mir?“ Und jetzt habe ich durch Katharina gelernt: Wenn ich mir die Leute mal wirklich anschaue, die sich für einen Augenblick für mich interessieren, dann kann das auch ein sehr schöner kleiner Moment sein. Durch die Beziehung zu Katharina und durch die langen Jahre in Berlin bin ich auch manchmal überhaupt keine Schauspielerin. Ich komme vom Drehen, ich brauche vielleicht eine Woche, um mich zu erholen und das abzustreifen, aber dann bin ich einfach Ulrike und beschäftige mich mit ganz anderen Dingen und alltäglichen Problemen. Ich muss mich nicht dauernd über meinen Beruf definieren.Aber damit es jetzt keine Irritationen gibt: Manchmal kriege ich die Frage gestellt, ob ich mit dem Tatort aufhören werde, weil ich jetzt die Dienstälteste bin. Bei mir steht das nicht zur Debatte, weil ich das wahnsinnig gerne mache und der Tatort eben auch eines der Formate im deutschen Fernsehen ist, die noch gesellschaftlich relevante Themen anpacken und spannende Filme produzieren. Und weil ich leidenschaftlich gerne „Lena Odenthal“ sage!
mein/4: Was braucht es für euch, um arbeiten zu können - und wann macht es richtig Spaß?
Ulrike Folkerts: Wenn ich zum Arbeiten gehe, bin ich verschluckt für einen Dreh, für fünf, sechs Wochen. Ich tauche ab und genieße das, dass man eine Struktur vorgegeben kriegt: Du kriegst jeden Tag eine Dispo, du wirst abgeholt, die Klamotten liegen bereit, die Szenen sind fertig, du musst es nur noch machen. Ich liebe das sehr, diese Zeit. Die ist, wenn man Glück hat, harmonisch, wenn man Pech hat, muss man sich ab und zu streiten oder sich für andere einsetzen. Es gibt ja beim Film durchaus Hierarchien, und nicht immer geht alles glatt. Ich habe dadurch, dass es „mein“ Tatort ist, ein Verantwortungsgefühl, und bin auch Verknüpferin: Wenn eine neue Regie kommt, die das Team nicht kennt, dann setze ich mich schon dafür ein, dass der Umgangston stimmt.
Und dann gibt es meine neue Arbeit, das Schreiben: Wenn ich schreibe, bin ich eher im Surrounding von Katharina, und das Schönste für mich ist: Wir stehen auf, wir frühstücken, und dann sagen wir: „Me-Time!“. Katharina geht drei Stunden Kunst machen, ich gehe drei Stunden schreiben, und dann treffen wir uns wieder und machen etwas anderes. Das ist die beste Zeit! Die genieße ich total.
Foto: ©Pavol Putnoki
Katharina Schnitzler: Von außen hat man oft diese romantische Vorstellung, dass künstlerische Arbeit ganz kreativ und toll ist. Ich finde es aber oft echt qualvoll. Alleine die Situation, dass ich dieses Chaos an meinem Arbeitsplatz in Kauf nehmen muss. Für meine Textilinstallationen kaufe ich auf dem Flohmarkt Stoffe, und die liegen dann haufenweise irgendwo herum. Und ich hasse Chaos! Ich bin aber die ganze Zeit damit konfrontiert und muss mich innerlich beruhigen und darauf vertrauen, dass mich irgendwann das Richtige anzwinkert - und dass sich daraus dann auch eine Logik ergibt. Aber dieser Weg dahin, den empfinde ich oft als anstrengend.
mein/4: Ulrike, deine Biografie heißt Ich muss raus. Und eine deiner Arbeiten, Katharina, beginnt mit dem Satz: „Ich will hier weg“. Sind das ähnliche Impulse oder eher gegensätzliche?
Ulrike Folkerts: „Ich muss raus!“ ist auf jeden Fall: Ich muss raus aus meiner eigenen Enge, aus meinem eigenen Schneckenhaus, aus meinem eigenen Gefängnis, das ich mir gebaut habe, weil es da so kuschelig ist und weil es mir auch eine vermeintliche Sicherheit gibt. Das war der Grund, das Buch so zu nennen: Dieser Weg, wie ich es geschafft habe, nach außen zu gehen und Lust zu haben, mich mit Menschen auszutauschen, etwas von mir zu zeigen, etwas herzugeben.
“Was siehst du, wenn du rückwärts aus dem Fenster fällst?”
Katharina Schnitzler: Der Titel „Ich will hier weg“ ist ein Angebot. Bilder sind ja auch wie eine Welt, man geht aus der Realität in die Bildwelt und kann dem Krach und dem „Viel“ entfliehen. Wenn du die Leute fragst, haben viele ein Lieblingsbild. Dieses steht im Gegensatz zu den vielen schnellen, lauten Bildern der Jetztzeit. Wenn man sich heute Filme anguckt aus den 80ern oder 70ern, dann sind die elendig langsam. Und ein Bild ist noch langsamer. Wenn ein Bild gut gemalt ist, dann hat es ganz viele Gesichter, dann hält es ganz verschiedene Seinszustände für mich bereit als Betrachterin. Das ist Zeit, die ich mit mir verbringe.
mein/4: Welche Parallelen und Überschneidungen gibt es in eurer Arbeit?
Ulrike Folkerts: Eine Gemeinsamkeit ist, dass man sehr viel Vertrauen braucht in das, was man tut, und dass wir uns darüber austauschen, wie es sich anfühlt, wenn man zu 100% hinter dem steht, was man gerade macht. Wenn man aus sich heraus spürt: Jetzt stimmt es, jetzt ist es genau so, wie ich es wollte! Das fühlt sich einfach großartig an. Das haben wir beide in der Arbeit.
Katharina Schnitzler: Wir sind uns auch in folgendem ähnlich:Wenn ich vor einer Ausstellungseröffnung stehe und gleich reden muss - dann werde ich schlagartig müde und denke: „Ich will nicht! Meine Bilder können doch für sich sprechen, ich muss doch da gar nicht hin!“ Und Ulrike hat das auch. Wenn sie zu einer Lesung muss, dann verstummt sie plötzlich, ist nur noch am Gähnen und sagt: „Ich bin so müde!“
Ulrike Folkerts: Man findet plötzlich 17 Gründe, warum man das eigentlich gar nicht machen sollte.
Katharina Schnitzler: Ich sage auch immer: „Okay, danach höre ich auf!“
mein/4: Wie geht ihr in solchen Momenten miteinander um? Könnt ihr euch auffangen, oder lasst ihr euch lieber in Ruhe?
Ulrike Folkerts: Es ist schon gut, das gespiegelt zu bekommen! Ich weiß ja, dass ich es dann im Umkehrschluss auch total genießen kann, auf der Bühne zu sein und da anderthalb Stunden das Publikum in den Bann zu ziehen. Da bin ich ein bisschen Rampensau und mein angestiegener Adrenalinspiegel gibt mir ein Hochgefühl.
mein/4: Denkt ihr, wenn ihr produziert, das Publikum schon mit, oder seid ihr dann noch ganz bei euch?
Ulrike Folkerts: Nein, das Publikum denke ich nicht mit beim Drehen. Wenn die Geschichte stimmig ist und ich Stellung beziehen kann zu dem Fall oder zu bestimmten Personen, die so oder so handeln, dann habe ich ja eine Möglichkeit, mich zu positionieren.Ich glaube, bei Katharina ist es ähnlich.
Katharina Schnitzler: Bei mir ist es tödlich, wenn ich an irgendwelche Leute denke, die dieses Bild vielleicht mögen oder kaufen. Und dann ist da noch eine zweite Falle, die mich auch total in Schwierigkeiten bringt. Dieses Gefühl: Das gibt es schon, kunstgeschichtlich. Wenn ich denke: „Das sieht so sehr aus wie…“. Da hätte ich manchmal gerne etwas mehr so eine punkige Scheißegal-Haltung, denn ich mache meine Regeln ja selbst!
“Frauen werden nicht gleichberechtig bezahlt und nicht gleichberechtigt besetzt.”
mein/4: A propos Regeln: Gab es bei euch im Berufsleben Situationen, wo ihr gemerkt habt, für euch gelten andere Spielregeln als für andere? Und wie geht man mit damit um?
Ulrike Folkerts: In meiner Branche hat man als Frau gut lachen, wenn man dünn, jung und attraktiv ist. Das sind Regeln, die immer noch gelten. Für Frauen ab fünfzig wird es mau mit den Rollen. Wir sind zu alt, man schreibt keine Geschichten für Frauen in diesem Alter. Was einem da zugemutet wird, teilweise auch den ZuschauerInnen, ist in keiner Weise gleichberechtigt. Wir werden nicht gleichberechtigt bezahlt, wir werden nicht gleichberechtigt besetzt, es gibt nicht gleichberechtigt Geschichten über Frauen wie Männer. Dabei haben ältere Frauen so viel zu erzählen. Das ist auf jeden Fall ein Thema, das mich bewegt. Deswegen schreibe ich auch selbst, weil ich dem etwas dem entgegensetzen möchte. In meinem Drehbuch gibt es einen Cast von drei Generationen und von vielen Frauen über sechzig, und ich hoffe, dass man das zu sehen bekommt, weil es einfach an der Zeit ist.
Foto: ©Pavol Putnoki
“Ich war mit 14 zum ersten Mal in Berlin und wusste: Das ist meine Stadt!”
mein/4: Wenn ihr die Arbeitsprozesse der jeweils anderen miterlebt, gibt es Aspekte, wo ihr denkt: „Das will ich auch!“ Oder genau das Gegenteil: „Zum Glück muss ich das nicht!“
Katharina Schnitzler: Ulrike muss gefühlt ständig ihr Drehbuch umschreiben, und ich denke jedes Mal: „Oh Gott, wie schrecklich, nochmal umschreiben!“ Bei mir ist es aber so, dass ich meine Bilder, ohne mit der Wimper zu zucken, einfach übermale. Also eigentlich den gleichen Prozess durchlaufen wie sie - aber auf meiner Ebene.
Ulrike Folkerts: Und aus dir selbst heraus!
Katharina Schnitzler: Genau, weil es ein Need ist. Weil ich irgendwann gesagt habe, ich gebe mich nicht mit Bildern, die 80% sind, zufrieden. Ich will keine Bilder haben, wo ich sagen muss: Das zeige ich lieber nicht! Der Maßstab ist: Du willst meine Bilder sehen? Das hier ist ein Lieblingsbild! Und das ist auch noch ein Lieblingsbild! Ich möchte eigentlich nur Lieblingsarbeiten haben.
Ulrike Folkerts: Dieser Moment alleine vor der leeren Leinwand, den finde ich wahnwitzig. Mit so einer Selbstdisziplin und mit der Aufgabe, die man sich selber stellt. Dieses Alleinsein vor dem leeren Blatt war für mich lange unvorstellbar. Aber das mache ich ja jetzt beim Schreiben selber, von daher kann ich das gar nicht mehr aus dem Hut ziehen.
mein/4: Das Alleinsein ist das eine, das Außen das andere.Beeinflusst das Außen die Arbeit - etwa, wie die politische Lage gerade ist?
Ulrike Folkerts: Ich stehe manchmal am Set und denke: „Wieso machen wir jetzt hier Krimi, Mord und Totschlag? Die Welt ist so furchtbar!“ Jetzt auch diese Demonstrationen im Iran mit so vielen Toten, und wir sitzen hier und – egal, was man macht - man rettet keinen einzigen Demon-stranten. Es ist so viel Brutalität in der Welt, und manchmal frage ich mich schon, warum wir auch noch Krimis brauchen zum Abendbrot. Da bin ich manchmal in der Zwickmühle.
Katharina Schnitzler: Wir sind gerade dabei, alles aufzulösen, was wir definiert haben als Sicherheit, als Wohlstand, als gesellschaftliches Miteinander. Ich arbeite seit zweieinhalb Jahren an einer Serie mit dem Titel „Auflösung“ und stelle die Frage: „Was siehst du, wenn du rückwärts aus dem Fenster fällst?“ Ich habe alte Arbeiten mit Stoffen überzogen und Ölfarbe draufgekippt. Das sieht aus wie Himmel, wie Meer, wie Wolkenbilder. Mich zieht das raus aus der kleinen Sicht, es öffnet meine Sicht. Was siehst du, wenn du rückwärts aus dem Fenster fällst? Das ist für mich ein angstfreier Moment, ein Schwebemoment. Wir brauchen diesen Moment. Dieses Loslassen, für einen Augenblick vergessen, dass wir festgebunden sind an Normen. Das ist mein Versuch einer Antwort auf diese Situation.
mein/4: Berlin ist ein Magnet für KünstlerInnen – und auch ihr habt euch als Kulturschaffende beide für Berlin als Wohnort entschieden.
Ulrike Folkerts: Ich bin kurz vor der Wende noch nach West-Berlin gezogen, weil ich immer nach Berlin wollte. Ich war mit vierzehn das erste Mal da und dachte: Das ist meine Stadt, hier will ich irgendwann mal leben. Und dann kam der Tatort und hat mir ermöglicht, nach Berlin zu ziehen. Ich habe zwar erstmal in der Kneipe gejobbt, weil ein Tatort im Jahr mich noch nicht so richtig über Wasser gehalten hat, aber: Ich war in Berlin! Berlin war damals, als ich hierhergekommen bin, komplett anders. Das war ja vor der Wende noch eine Inselstadt. Ich bin auch wegen der Szene, wegen dieser Community, hergekommen, und war erstmal nur schwul-lesbisch unterwegs, weil ich da so ein Nachholbedürfnis hatte und mich damit komplett verbinden und eine Identifikation erleben wollte.
Katharina Schnitzler: Ich war drei Monate alt, als ich nach Berlin gebracht wurde. Ich bin hier groß geworden, und ich mag Berlin wahnsinnig gerne, weil es so vielfältig ist. Auch gerade Ost und West, wie das zusammenwächst, sich zwar schwertut, aber diese unterschiedlichen Schwingungen und Stimmungen. Es ist halt eine Großstadt. Und trotzdem finde ich es mittlerweile auch toll, auf dem Land zu sein. Ich finde es schön, abzuhauen.
Ulrike Folkerts: Ich bin auf dem Dorf groß geworden. Mich zieht es immer raus, ich will am See sein, Zeit in der Natur verbringen. Die Sehnsucht ist immer da, und die konnte ich Katharina ein bisschen näherbringen.
mein/4: Ihr habt euch die Akademie der Künste als Ort für dieses Gespräch ausgesucht. Ist das ein Lieblingsort?
Katharina Schnitzler: Ich war hier schon als Mini-Kind mit meinen Eltern. Die Frage nach Lieblingsorten finde ich aber auch grundsätzlich interessant! Wenn man jetzt nicht an „Mein Bett und mein Sofa vor dem Fernseher“ denkt, was kann dann ein Lieblingsort sein? Für mich ist die Akademie so ein Lieblingsort, oder die „Mies van der Rohe“-Villa in Weißensee. Das Haus der Kulturen der Welt mag ich auch total gerne. Es hat immer auch mit Kultur zu tun bei mir.
Ulrike Folkerts: Das habe ich alles durch Katharina kennengelernt. Ich habe erst am Rand von Berlin gewohnt, sogar mal am Müggelsee, weil ich es immer so toll fand, in der Stadt zu wohnen und trotzdem im Wald und am Wasser zu sein. Für mich ist der Glieniker See ein Lieblingsort, zum Schwimmen. Und was ich auch faszinierend finde, sind die Rehberge. Da gibt es so Trampelfade über irgendwelche Wiesen. Da bin ich nicht mehr in Berlin und auch gar nicht mehr in Deutschland. Da bin ich an Orten, die ich erinnere, da kann ich am Meer entlang joggen, mich über Steppen verlaufen. Da kann ich mich total wegbeamen.
mein/4: Vielen Dank für das Gespräch!
Erschienen im Stadt- und Kulturmagazin mein/4 - März 2026